Koro Syndrom (Syndrom der genitalen Retraktion)

Koro (Syndrom der genitalen Retraktion (SGR)) beschreibt eine in Indonesien und Malaysia vorkommende Störung. Die Störung besteht in der irrationalen Vorstellung, dass der eigene Penis schrumpfe oder sich in den eigenen Körper zurückziehe und man davon sterbe. Eine tatsächliche Penisretraktion geschweige denn eine Todesgefahr bestehen dabei nicht.

In China ist das Syndrom mitverursacht von der Vorstellung, dass das Gleichgewicht von Yin und Yang gestört sei, etwa infolge von als ungesund betrachteten sexuellen Handlungen wie z. B. Sex mit Prostituierten, Masturbation, Pollution. Diese Faktoren begünstigten einen Verlust des Yang, welches das Schrumpfen des Penis nach sich ziehe.

Gelegentlich tritt SGR als Massenphänomen auf, so etwa 1967 in Singapur. In der Presse wurde damals berichtet, dass Fleisch von Schweinen, die gegen Schweinepest geimpft worden waren, genitale Retraktion auslösen solle. Es kam nicht nur zum Einbruch des Schweinefleischabsatzes, sondern auch zu hunderten von SGR-Fällen. Der Singapore Medical Association und dem Gesundheitsministerium gelang es schließlich mit Hilfe der Presse, die Bevölkerung vom irrationalen Charakter der Panik zu überzeugen. Es wurden 469 Fälle dokumentiert.

Auch außerhalb des chinesischen Kulturkreises sind SGR-Epidemien untersucht worden, so 1976 in Thailand (2000 Fälle), 1982 in Indien und 1990 in Nigeria.

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